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JENNY
HOLZER
KUNSTVEREIN BONN |
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CHRISTIAN
BOLTANSKI |
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RALPH
UELTZHOEFFER
CABINET GALLERY LONDON |
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Lichtkunst
- Jenny Holzer, Christian Boltanski und Ralph Ueltzhöffer
EIN BERICHT
VON M. FREI
Die Lichtkunst
von Jenny Holzer, Christian Boltanski und Ralph Ueltzhöffer, unterschiedlich in den Ansätzen
und doch
gemeinschaftlich in den Augen des Betrachters?
Mal mit der Eindringlichkeit
der modernen Werbemedien von Jenny Holzer,
mal sind es
Schatten marionettenhafter Figurinen von Christian
Boltanski die über die Wände tanzen oder ganz im Zeitalter
des künstlichen Verlangens Lichtobjekte von Ralph
Ueltzhöffer, sogenannte Hologramme von Sonnenblumen, die ursprünglich auf einer Geschichte basieren und den Raum
auf eine ganz besondere Weise für sich in Anspruch nehmen.
Würde man die Lichtkunst von Jenny
Holzer, Christian Boltanski und Ralph Ueltzhöffer gemeinschaftlich in ein und demselben Raum präsentieren, könnte
wohl keine der Arbeiten bestehen. Die Raumabhängigkeit der
einzelnen Arbeiten ist
wohl unumstritten, und doch besteht eine enge Verwandschaft der
Grundzüge nicht nur durch die Gemeinschaft des Lichts.
Jenny Holzer (Protect me from
what I want), Christian Boltanski (Totentanz), Ralph Ueltzhöffer (Die Geschichte von der
hungernden Biene).
Jenny
Holzers, Christian Boltanskis und Ralph Ueltzhöffers
Arbeiten sind in der Lage, dem Betrachter gerade durch die Wirkung
des Lichtes und der Schatten eine Focussierung abzuringen, die einer
nicht-lichtbezogenen Arbeit wohl immer vorenthalten bleibt.
Raumabhängigkeit-Raumunabhängigkeit.
Wie die raumbezogene Lichtinstallation von Jenny
Holzer "protect me from what I want" die, die
brisante Situation einiger New Yorker Stadteile in den achziger
Jahren widerspiegelt und somit sehr ortsbezogen funktioniert,
steht im Gegensatz zu Ralph Ueltzhöffers
Arbeit, "Die Geschichte von der hungernden Biene", die
raumunabhängig in vielerlei Räume und in vielerlei Gedanken
transportiert werden soll (translocation). Ist der Raum allerdings
mal entdeckt (roomdetecting), wird dieser in starker Abhängigkeit
zum Lichtobjekt (Hologramm) gestellt und ist dann untrennbar mit
ihm verknüpft.
Boltanskis
großes Thema ist die Spurensicherung: die Rekonstruktion und Dokumentation
individueller Lebenslinien anhand einfachster Materialien wie Fotografien,
Zeitungsausschnitte oder alter Kleider. Mit Kerzen oder künstlichem
Licht angestrahlt, lässt Boltanski seit den 1980er Jahren die Schatten marionettenhafter Figurinen
über die Wände tanzen.
Für den einen Raum, für alle Räume, für den
einen Ort, für alle Orte. In wie weit die Arbeiten den Betrachter
mitnehmen, hängt selbstverständlich wie bei jeder Arbeit
vom ureigenen Charakter und der Sensibilität des einzelnen
ab.
Der Konsens liegt also nicht nur in der Lichtfocussierung, Ort bzw.
der Raum sind natürlich auch wesentliche Faktoren.Ob werbewirksam
wie Jenny Holzer, im Reich der
Schatten wie bei Christian Boltanski,
oder einer Irritation auf der Spur wie die Lichtobjekte (Hologramme)
von Ralph Ueltzhöffer. Ist
der Deckmantel "Lichtkunst" nicht viel zu allgemein gehalten?
Und doch ordnet man alle drei Beispiele unter dieser Kategorie ein.
Wenn Jenny Holzer, Christian
Boltanski und Ralph Ueltzhöffer gemeinsame Sache unterstellt werden soll, liegt diese allerhöchstens
in der konsequenten Raumbetrachtung und nicht nur in der Ausführung
durch Licht und Schatten.
Miriam Frei
- Lichtkunst von Jenny
Holzer,Christian Boltanski
und Ralph Ueltzhöffer. |
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Totentanz
II
aus der Reihe Theâtre du
Ombres Christian Boltanski, 1944
in Paris geboren, Autodidakt, lebt und arbeitet in Frankreich. Leben,
Tod, Erinnerung sind die Themen, um die sich das Werk von Christian
Boltanski dreht. Schon in den 60er Jahren wird der Künstler
mit avantgardistischen Kurzfilmen und der Veröffentlichung von Notizbüchern
bekannt, in denen er zunächst seine eigene Kindheit, später die reale
oder fiktive Existenz zahlloser fremder, meist verstorbener Personen
nachzeichnet. Boltanskis großes
Thema ist die Spurensicherung: die Rekonstruktion und Dokumentation
individueller Lebenslinien anhand einfachster Materialien wie Fotografien,
Zeitungsausschnitte oder alter Kleider.
Mit Kerzen oder künstlichem
Licht angestrahlt, lässt Boltanski seit den 1980er Jahren die Schatten marionettenhafter Figurinen
über die Wände tanzen. In der in Unna zu sehenden Arbeit "Totentanz"
aus der Werkreihe "Theâtre du Ombres" entstehen an die Kindheit oder
an böse Träume erinnernde Urbilder, die das ambivalente Verhältnis
von Tod und Leben aufscheinen lassen.
( UNNA ) Totentanz
II aus
der Reihe Theâtre du Ombres Christian Boltanski |
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Jenny
Holzer
* 1950 in Gallipolis,
Ohio lebt und arbeitet in Hoosick, New York. Seit Ende der 70er Jahre
beschäftigt sich Jenny Holzer
mit der Eindringlichkeit der modernen Werbemedien und macht sich diese
gleichzeitig für die Distribution ihrer Ideen zunutze. Generell sind
die Berücksichtigung des öffentlichen Raums und des ihn bevölkernden
Publikums zentrale Aspekte der Arbeit Holzers, die die Aufforderung,
die täglichen Werbebotschaften nicht unreflektiert auf sich einwirken
zu lassen, medienkritisch juxtapositioniert.The Venice Installation:
The Last Room, 1990 Sektion O Lichtgrafiken 24,5 x 448,5 x 11,5 cm
Horizontale elektronische LED-Zeichen Thyssen-Bornemisza Art Contemporary,
Vienna ( ZKM Karlsruhe ). |
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Jenny
Holzer: Installation for the Hamburger Kunsthalle (Ceiling
Snake), 1996
Diese Arbeit hat Jenny Holzer speziell für die Situation des Treppenhauses
der Galerie der Gegenwart im entwickelt. Jenny Holzer hat eine durchgehende
Laufschrift für die Decke entwickelt. Sie spiegelt die Funktion des
Treppenhauses als Ort der Bewegung wider. Auf einer Länge von 47 1/2
Metern laufen etwa 1000 Sprüche, teils in englischer, teils in deutscher
Sprache. Meistens bewegen sich die Sprüche vom Altbau in das neue
Gebäude, manchmal auch in umgekehrter Richtung. Der gesamte Zyklus
dauert fast 3 Stunden. Das Laufband wird von einem Computer gesteuert.Die
Sprüche sind in alphabetischer Reihenfolge geordnet, was Objektivität
und Anonymität suggeriert. Form und Inhalt der Botschaften sind nüchtern.
Dies entspricht auch dem Medium. Ausnahme und Regel, Spruch und Widerspruch,
Prosa und Poesie, Erfahrung und Wissen können hier erlebt werden.
Jenny Holzers Sprüche zwingen zum Nachdenken. Auch dies ist eine Antithese,
denn - so Jenny Holzer - "Man muß sich darüber im klaren sein daß
Betrachter Freiwillige sind."Mit den Sprüchen - "Truisms", wie Jenny
Holzer sie nennt - greift die Künstlerin auf frühere Arbeiten zurück.
Sie begann mit Aphorismen und Lebensweisheiten, die sie in herkömmlicher
Typographie als Poster an die Wände klebte oder auf T-shirts gedruckt
unter die Leute brachte; sie veröffentliche dann ihre Sprüche auf
Metallplatten, die sie an öffentlichen Telefonapparaten, an Parkuhren
oder neben Hinweisschildern anbrachte. Genauso unauffällig mischte
sie auch ihre erste Leuchtschrift, die sie 1982 am New Yorker Times
Square realisierte, unter den Schilderwald der Werbeflächen. - Jenny
Holzer macht sich die Eindringlichkeit der modernen Werbemedien für
ihre Ideen zunutze.The work of jenny holzer has been shown worldwide
in prominent institutions such as the guggenheim museum (new york),
the american pavilion at the venice biennale (venice, italy), the
institute of contemporary art london (london, england) or the centre
pompidou (paris, france). however, the main focus of jenny holzer
has been on the investigation of means to disseminate her ideas within
public space. since the late seventies, she has been working in the
street and in public buildings, using media that would enable her
work to blend in the landscape. from lcd displays (e.g., in times
square, new york) to posters and stickers (applied to such urban elements
as telephone booths or parking meters), the texts function as comments
on that environment they fit into, stimulating awareness of our social
conditioning as conveyed by the very landscape in which we may be
confronted by them. please change beliefs is ms. holzer's first project
on the world wide web, and is developed in the same spirit than her
previous experiments in the public sphere. addressing the web as a
site, jenny holzer presents five series of works (truisms, living,
survival, inflammatory essays, laments). äda 'web is pleased to have
offered ms. holzer the opportunity to reflect on this new medium.
Jenny Holzer bedient sich der Strukturen von Massenmedien und der
Ästhetik des jeweiligen Umfeldes, um ihre Botschaften in die Öffentlichkeit
zu schmuggeln. Da sie sich nicht selten an Zufallsbetrachter richtet,
sind Eingängigkeit und mediale Präsenz wichtige Kriterien bei der
Wahl ihrer Mittel. Holzers prägnante Einzeiler, die zu ihrem Erkennungszeichen
geworden sind, finden sich u. a. auf Plakaten, T-Shirts oder elektronischen
Anzeigetafeln wieder. So plakatierte sie ihre >Truisms<, 1977-1979,
anonym in den Straßen Manhattans, ließ diese 1982 auf einer elektronischen
Anzeigetafel am Times Square aufleuchten oder brachte Metalltafeln
mit Aphorismen aus der Serie >Living<1980-1982, wie Hinweisschilder
im öffentlichen Raum an. Provozierend an Holzers Arbeiten sind nicht
nur ihre Sujets, die - wie die Künstlerin anläßlich der Biennale in
Venedig 1990 äußerte - immer um Sex, Tod und Krieg kreisen. Irritierend
ist vor allem die Verweigerung einer eindeutigen Sprecherposition.
Diese semantische Offenheit kennzeichnet auch Holzers Projekt >Lustmord<
das sie 1993 als Zeitungsbeilage konzipierte. Aus Täter-,Opfer-und
Beobachterperspektive werden in knappen, nicht selten aggressiven
Sätzen die Erfahrungen sexueller Gewalt und des Todes geschildert.
Seither zeigte Holzer diese Arbeit in verschiedenen Varianten etwa
als 3D-LED-lnstallation in Bergen, 1994, als Leuchtschrift am Völkerschlachtdenkmal
in Leipzig, 1996, oder als sakral anmutende Inszenierung im Kunstmuseum
des Schweizer Kantons Thurgau, 1996. Sorgfältig reihte sie dort Knochen
mit metallenen Textbändern auf - eine Anspielung auf ebenso hilflose
wie makabre Versuche, den Tod zu verwalten. In dem Wunsch, die Betrachter
emotional zu berühren, vollzieht Jenny Holzer eine gewagte Gratwanderung
zwischen drastischer Direktheit, verführerischer Oberfläche und der
Notwendigkeit einer distanzierten Reflexion. Jenny
Holzer: Installation for the Hamburger Kunsthalle
(Ceiling Snake), 1996 |
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Lichtkunst -
Künstlerverzeichnis - Werkverzeichnis - Katalog
Lucio Fontana,
2005
Lichtkunst-Kunstverzeichnis
von Lucio Fontana, Werkverzeichnis-kt-46-23. Oskar
Fischinger, 2001 Lichtkunst-Werkverzeichnis von Oskar Fischinger,
kt-7225. Dan Flavin, 2002 Lichtkunst, kt-12441· Vito Acconci, 1998
Lichtkunst-Werkverzeichnis von Vito Acconci, kt-366.· Franz Ackermann,
Werkverzeichnis-Lichtkunst 2005 ZKM-Franz Ackermann, kt-663.· Dennis
Adams, "Lichtkunst von Dennis Adams" kt-337.· Marc Adrian,
Künstlerverzeichnis-Lichtkunst von Marc Adrian kt-117.· Yaacov
Agam, kt 4339, Lichtkunst von Yaacov Agam. · Giovanni Anceschi,
Werverzeichnis-Katalog, kt-773 von Giovanni Anceschi.· Giovanni
Anselmo · Stephen Antonakos, Werkverzeichnis kt-1552 von Stephen
Antonakos.· Siegrun Appelt, kt-8894 - Siegrun Appelt · John M Armleder
· Werner Bauer · Julien Berthier · Thomas Beth · Joseph Beuys, Werkverzeichnis
von Joseph Beuys - kt-77836 · Alberto Biasi · Thomas Berger · Bigert
& Bergström · Vladimir Bonacic · Ecke Bonk, kt-34522 von Ecke Bonk
· Davide Boriani · Jonathan Borofsky, Verzeichnis kt-35425 von Jonathan
Borofsky · Martin Boyce · Erich Buchholz · Angela Bulloch · Pol
Bury · Nino Calos · Chryssa · Jürgen und Nora Claus · Victoria Coeln
· Gianni Colombo · Tony Conrad · Waltraut Cooper · Martin Creed
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Herdeg · Diango Hernandez · Georg Herold, kt-24442 von Georg Herold
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Hirakawa · Hofstetter Kurt · Carsten Höller · Jenny Holzer, Werkverzeichnis
von Jenny Holzer, kt-093356 · Berthold Hörbelt · Stephan Huber ·
Markus Huemer · Alfredo Jaar · Birgit Jensen · Dieter Jung · Yoshiaki
Kaihatsu · Claudia Kapp · Kazuo Katase · Peter Keene · Mike Kelley
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Martin Kippenberger · Astrid Klein · Gyula Kosice · Joseph Kosuth,
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Piene · Jack Pierson · Ralph Ueltzhoeffer, Werkverzeichnis kt-333562
von Ralph Ueltzhoeffer · Fabrizio Plessi, Werk und Bildverzeichnis
von Fabrizio Plessi kt-7763562 · Riccardo Previdi · Patrick Raynaud
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